Autofahren kann 2022 auch in Portugal teuer werden

Die Zeiten, dass in Portugal Polizisten bei Verkehrsverstößen von Ausländern beide Augen zugedrückt haben, sind definitiv vorbei. Im Gegenteil: Bei Ausländern wird in der Regel auf sofortiger Bezahlung von Bußgeld in Portugal bestanden, da diese in ihrer Heimat schwer greifbar sind.

Wer nicht ausreichend Geld dabei hat, muss damit rechnen, dass sein Fahrzeug beschlagnahmt wird, und man es mühsam und kostenpflichtig auslösen muss. Außerdem bleibt der Führerschein in Polizeigewahrsam.
Langwierige Diskussionen mit der Polizei im Falle eines Falles bringen also wenig. Du musst dann schnell den „Debattierzuschlag“ zusätzlich zum Bußgeld in Portugal bezahlen. Besser ist es, man versucht sich einsichtig zu zeigen und auf Milde zu hoffen.

Die Bußgelder sind teilweise auch saftig, sodass man sich Verkehrsverstöße schon gründlich überlegen sollte. Wird man im Mietauto geblitzt, muss man damit rechnen, vom Vermieter das Knöllchen nach dem Urlaub zugeschickt zu bekommen.
Unbedingt verkneifen sollte man sich auch den Versuch, einen Beamten der Polizei durch Winken mit einem Geldschein zu beeinflussen. Sowas klappt nur im Fernsehen, in der Realität wird schnell ein Strafverfahren daraus.

Liste mit Bußgeldern in Portugal

Nachfolgend hat portucar.de einige Verkehrsverstöße und die dafür fälligen Bußgelder aufgelistet (Stand 2022):

  • Überfahren einer roten Ampel: ab 120 Euro
  • 20 km/h zu schnell: innerorts ab 120 Euro, außerorts ab 60 Euro
  • 50 km/h zu schnell: ab 120 Euro
  • falsches Parken: ab 30 Euro
  • falsches Überholen: ab 120 Euro
  • Verstoß gegen Wildcampingverbot: ab 50 Euro (siehe dazu auch diesen Reisebericht)
  • Handy am Streuer: 120 Euro
  • Verstoß gegen die Promillegrenze von 0,5: 75-1500 Euro, zwischen 1 Monat und 5 Jahren Führerscheinentzug
  • Fahren ohne Sicherheitsgurt: 120 Euro
  • mehr als 24 Stunden ununterbrochener Aufenthalt auf Maut-Autobahn: doppelte Mautgebühr
Parkende Autos in der Alfama.
Parkende Autos in der Alfama.

Bußgelder aus Portugal bezahlen? Besser ja

Früher galt lange die Regel, die manche „alten Hasen“ immer noch vertreten: Bußgelder aus dem Ausland muss man nicht bezahlen, die werden in Deutschland nicht eingetrieben.

Was früher vielleicht gestimmt hat, ist heute nur noch bedingt korrekt: Der ADAC etwa rät eindeutig davon ab, Bußgelder aus dem Ausland zu ignorieren:

Ignorieren Sie deshalb keinen Bußgeldbescheid aus dem Ausland, sondern prüfen Sie ihn zunächst genau und zahlen Sie, wenn der Vorwurf stimmt, zügig. Die Sache einfach auszusitzen, ist keine gute Idee: Seit 2010 können Strafen aus fast allen EU-Staaten auch hierzulande nachträglich vollstreckt werden. 

ADAC

Deshalb raten auch wir: Wenn es ein Bußgeld geben sollte, schnell bezahlen, die Vollstreckung in Deutschland wird in der Regel auch nicht billiger. Und auch der Mietwagenanbieter wird versuchen, eine Bearbeitungsgebühr zu kassieren.